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13. Juli 20264 min Lesezeit

Die vierte Reinigungsstufe: Mikroschadstoffelimination erklärt

Mikroschadstoffe stellen die Abwasserbehandlung vor wachsende Herausforderungen. Erfahren Sie, wie die vierte Stufe mit Ozon und GAC die Wasserqualität schützt.

Die vierte Reinigungsstufe: Mikroschadstoffelimination erklärt

Die vierte Reinigungsstufe: Mikroschadstoffelimination erklärt

Anteil kommunaler Kläranlagen mit Mikroschadstoffproblemen: > 80 % aller europäischen Gewässer zeigen messbare Rückstände von Arzneimitteln und Industriechemikalien Typische Eliminationsrate durch Kombination Ozon + Filtration: 85–99 % je nach Schadstoffklasse Investitionsbedarf für eine vierte Reinigungsstufe: 5–30 Millionen Euro abhängig von Anlagengröße und Verfahrenskombination

Die klassische dreistufige Abwasserbehandlung – mechanisch, biologisch, chemisch – hat Jahrzehnte lang zuverlässig funktioniert. Doch mit dem wachsenden Einsatz von Pharmazeutika, Hormonen, Pestiziden und synthetischen Substanzen stoßen herkömmliche Kläranlagen an ihre Grenzen. Spurenstoffe, die in Konzentrationen von wenigen Nanogramm pro Liter auftreten, passieren die biologische Stufe nahezu ungehindert und gelangen in Flüsse, Seen und letztlich ins Grundwasser. Die Antwort der Wasserwirtschaft: die vierte Reinigungsstufe.


Was sind Mikroschadstoffe?

Mikroschadstoffe – auch Spurenstoffe oder Mikroverunreinigungen genannt – umfassen eine breite Palette von Substanzen:

  • Pharmazeutika wie Antibiotika, Schmerzmittel und Röntgenkontrastmittel
  • Hormone aus Verhütungsmitteln und Tierhaltung
  • Industriechemikalien wie Weichmacher und Flammschutzmittel
  • Pestizide und Herbizide aus der Landwirtschaft
  • Mikroplastik und assoziierte Additive

Ihre besondere Herausforderung liegt in der Kombination aus geringer Konzentration, hoher biologischer Wirksamkeit und Persistenz gegenüber konventionellen Reinigungsverfahren. Selbst Konzentrationen im unteren Nanogrammbereich können aquatische Ökosysteme und die Trinkwasserqualität beeinflussen.


Verfahrensbausteine der vierten Reinigungsstufe

#### Ozonung

Die Ozonung gilt als eine der wirksamsten Methoden zur Mikroschadstoffelimination. Ozon reagiert selektiv mit elektronenreichen Molekülgruppen – typisch für viele Pharmazeutika und Hormone. Dabei werden die Zielsubstanzen oxidativ aufgebrochen, häufig in biologisch besser abbaubare Bruchstücke.

Schlüsselerkenntnis: Die Ozonung allein eliminiert viele Mikroschadstoffe effektiv, erzeugt jedoch Transformationsprodukte, die in einer nachgeschalteten biologischen Stufe weiter abgebaut werden müssen.

Eine nachgeschaltete Biofiltration über Aktivkohle (GAC – Granular Activated Carbon) ergänzt die Ozonung ideal: Verbliebene Oxidationsprodukte und schwer abbaubare Reststoffe werden adsorbiert und biologisch mineralisiert. Die Kombination Ozon + GAC wird heute in vielen großen Kläranlagen als Goldstandard betrachtet.

#### Aktivkohle – granulär und pulverförmig

Neben der granulären Aktivkohle (GAC) kommt auch Pulveraktivkohle (PAK) zum Einsatz. PAK wird direkt in den Abwasserstrom dosiert und anschließend über eine Filtrationseinheit abgetrennt. Dies erfordert leistungsfähige Filtertechnologien, die feinste Partikel zuverlässig zurückhalten.


Die Rolle der Tuchfiltration in der vierten Stufe

Hier kommt die Tuchfiltration als entscheidende Verfahrenskomponente ins Spiel. Gerade im Kontext der Anwendungen in der Tertiär- und Quartärfiltration zeigt sich, dass moderne Filtertücher weit mehr leisten als einfache Feststoffabtrennung.

Bei der Ozonung entstehen feine Flocken und kolloidale Partikel, die durch grobe Filterstufen nicht zuverlässig zurückgehalten werden. Hochleistungs-Filtertücher im 5-µm-Bereich ermöglichen die Abtrennung dieser feinen Fraktionen und damit eine deutlich verbesserte Gesamtperformance der vierten Reinigungsstufe.

Der Bioactive 5µm Mikrofaser Polstoff ist speziell für diese Anforderungen entwickelt worden. Seine Anti-Fouling-Eigenschaften reduzieren Belagsbildung durch organische Rückstände, die nach der Ozonung im Ablauf verbleiben können. Gleichzeitig sorgt die bioaktive Oberflächenstruktur für eine verlängerte Standzeit zwischen den Reinigungszyklen – ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Betrieb.

#### Praktische Hinweise für Betreiber

  • Filterwiderstand überwachen: Nach der Ozonung verändert sich die Partikelstruktur des Schlamms. Regelmäßige Druckdifferenzmessungen helfen, Reinigungsintervalle optimal anzupassen.
  • Rückspülparameter anpassen: Ozonierte Schlämme können klebriger sein; aggressive Rückspülzyklen mit erhöhtem Volumenstrom verbessern die Tuchregeneration.
  • Tuchauswahl nach Vorbehandlung: Kläranlagen mit PAK-Dosierung benötigen Filtertücher mit besonders enger Maschenstruktur, um Aktivkohlepartikel sicher zurückzuhalten.

Regulatorischer Druck als Treiber

Die gesetzlichen Anforderungen in Europa verschärfen sich. Die überarbeitete EU-Kommunalabwasserrichtlinie verpflichtet große Kläranlagen ab einer definierten Ausbaugröße zur Einführung einer vierten Reinigungsstufe bis zum Ende des Jahrzehnts. Für Anlagenbetreiber und Ingenieure bedeutet dies: Die Planung und Umsetzung geeigneter Verfahrenskombinationen sollte jetzt beginnen.

Schlüsselerkenntnis: Wer frühzeitig in leistungsfähige Filtrationskomponenten investiert, sichert sich nicht nur Compliance, sondern auch langfristig niedrigere Betriebskosten durch optimierte Reinigungszyklen und verlängerte Standzeiten.

Zusammenfassung

Die vierte Reinigungsstufe ist keine Zukunftstechnologie mehr – sie wird zur regulatorischen Pflicht und zum Qualitätsmerkmal moderner Abwasserbehandlung. Verfahren wie Ozonung und GAC-Filtration bilden das Rückgrat der Mikroschadstoffelimination. Hochleistungs-Tuchfilter in der 5-µm-Klasse spielen dabei eine unterschätzte, aber zentrale Rolle: Sie sichern die Effizienz der Gesamtanlage, schützen nachgeschaltete Stufen und tragen maßgeblich zur Ablaufqualität bei. Betreiber, die ihre Filtrationskomponenten gezielt auf die Anforderungen der vierten Stufe abstimmen, profitieren von stabilerem Betrieb, besserer Compliance und niedrigeren Lebenszykluskosten.


Weiterführend: Mehr erfahren | Mehr erfahren
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GAC

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