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Industrielles Prozesswasser

Prozess- und Kreislaufwasser mit Polstoff-Filtermedien filtern

Polstofffiltration ist nicht auf die kommunale Abwasserbehandlung beschränkt. Überall dort, wo gefällte Metallhydroxide, oxidiertes Eisen, Braunstein oder feine Prozesspartikel aus einem Wasserstrom entfernt werden müssen, bietet das getauchte Polstoff-Filtertuch eine Abtrennung im unteren Mikrometerbereich — ohne Filterbett, ohne Rückspülbecken und mit einem klar definierten Verschleißteil.

Typische Feststofffrachten in der Industrie

Die Eignung der Polstofffiltration hängt weniger von der Branche ab als vom Charakter der abzutrennenden Partikel. Die folgenden Frachten treten in industriellen Wasserkreisläufen regelmäßig auf.

Metallhydroxide aus der Neutralisation

Nach Kalk- oder Natronlauge-Fällung liegen Zink, Nickel, Kupfer, Chrom oder Aluminium als feine Hydroxidflocken vor. Diese Flocken sind leicht, kompressibel und für klassische Sandfilter schwierig — in der Polstruktur des Filtertuchs werden sie dagegen in der Faserschicht eingelagert statt nur an einer Oberfläche abgelagert.

Eisen und Braunstein

Oxidiertes Eisen (Fe(OH)₃) und Mangandioxid nach Permanganat- oder Belüftungsoxidation bilden feindisperse Partikel im unteren Mikrometerbereich. Sie sind der klassische Anwendungsfall für Mikrofaser- und Supermikrofaser-Tücher.

Fällungs- und Flockungsschlämme

Sulfat-, Fluorid- oder Phosphat-Fällung erzeugt Feststofffrachten, die stark schwanken. Der Polstofffilter reagiert darauf über die Absaugfrequenz und nicht über eine Anlagenabschaltung — die Filterfläche bleibt während der Reinigung eines Segments in Betrieb.

Feinpartikel im Kreislaufwasser

Kühlkreisläufe, Waschwasser und Spülwasser tragen Abrieb, Zunder, Farb- und Pigmentpartikel ein. Ohne Rückhalt wandern diese Partikel durch Pumpen, Düsen und Wärmetauscher und verursachen Verschleiß und Belagbildung.

Belegte Abtrennleistung statt Werbeversprechen

In einem industriellen Prozesswasserkreis wurde die Abtrennung von Braunstein nach Permanganat-Dosierung im Parallelbetrieb gemessen — ein Segment mit einem Mikrofaser-Polstoff eines anderen Herstellers, ein Segment mit dem R+F Mikrofaser-Tuch. Die gemessenen Zu- und Ablaufwerte sind vollständig dokumentiert.

Warum Polstoff im industriellen Kreislauf

Kein Filterbett, kein Rückspülbecken

Die Reinigung erfolgt durch Absaugen der Tuchoberfläche im laufenden Betrieb. Es sind keine Rückspülpumpen, kein Rückspülwasserspeicher und keine Bettregeneration erforderlich.

Geringer Spülwasseranteil

Nur ein kleiner Anteil des Durchsatzes wird als Absaugwasser in die Vorbehandlung zurückgeführt. Das ist besonders relevant, wenn Prozesswasser im Kreis geführt oder wiederverwendet wird.

Kompakte Bauform

Getauchte Scheiben- und Trommelfilter erreichen eine hohe Filterfläche pro Grundfläche. Bestehende Becken und Kanäle lassen sich häufig weiter nutzen.

Auswechselbares Verschleißteil

Das Filtertuch ist das eigentliche Verbrauchsteil. Es kann segmentweise getauscht werden — ohne Eingriff in Maschine, Antrieb oder Absaugsystem.

Medienauswahl für industrielle Wässer

Neben der Trenngrenze entscheidet in der Industrie vor allem die chemische Verträglichkeit des Fasermaterials.

Standard 10 µm

Polyamid-Polstoff für hohe, gut flockende Feststofffrachten und robuste Kreislaufwasseranwendungen. Nicht für chlorhaltige Medien geeignet.

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Bioactive 5 µm

PET-Mikrofaser mit Silberausrüstung (Patent angemeldet) gegen Biofilmbildung — sinnvoll bei warmen, nährstoffhaltigen Kreisläufen. PET ist chlorbeständig.

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Supermicrofiber 2,5 µm

Feinste PET-Polstruktur für Hydroxidflocken und Braunstein, wenn der Ablauf möglichst partikelfrei sein soll.

Produktdetails

Polyamid ist nicht chlorbeständig. Werden im Kreislauf Chlor, Hypochlorit oder Chlordioxid eingesetzt, ist ein PET-basiertes Tuch zu wählen. Bei aggressiven Medien senden Sie uns bitte eine Wasseranalyse — wir bewerten die Materialverträglichkeit vor einer Empfehlung.

Was wir für eine Auslegung brauchen

Industrielle Wässer lassen sich nicht über einen Standardfall abbilden. Mit den folgenden Angaben können wir eine belastbare Medien- und Flächenempfehlung abgeben — und offen sagen, wenn Polstofffiltration nicht das richtige Verfahren ist.

  • Feststoffkonzentration im Zulauf und deren Schwankungsbreite
  • Chemische Verträglichkeit: pH-Bereich, Temperatur, Oxidationsmittel, Chlor, Lösemittel
  • Partikelcharakter: gefällte Flocken, abrasive Feststoffe, Öl- und Fettanteile
  • Zulässiger Spülwasseranteil und Rückführweg des Absaugwassers
  • Zielwert im Ablauf — Trübung, AFS oder Restmetallgehalt
  • Vorhandene Maschine: Scheiben- oder Trommelfilter, Segmentgeometrie, Befestigungsart

Ihren Wasserkreislauf bewerten lassen

Schicken Sie uns Wasseranalyse, Durchsatz und Maschinentyp. Sie erhalten eine Einschätzung zur Medienwahl, zur erforderlichen Filterfläche und zum erwartbaren Spülwasseranteil.