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Verfahrenslösung

Vierte Reinigungsstufe & Spurenstoffelimination

Pulveraktivkohle adsorbiert Spurenstoffe — aber sie muss auch wieder aus dem Wasser. Die Polstofffiltration übernimmt den zuverlässigen Aktivkohle-Rückhalt: im Dauerbetrieb, kompakt und nachrüstbar.

Warum eine vierte Reinigungsstufe?

Konventionelle mechanische und biologische Reinigung ist auf Kohlenstoff, Stickstoff und Feststoffe ausgelegt. Eine ganze Gruppe gelöster Stoffe passiert diese Stufen jedoch weitgehend unverändert: Arzneimittelrückstände und weitere organische Spurenstoffe. In Europa rückt ihre Entfernung zunehmend in den Fokus der Gewässerschutzpolitik — die vierte Reinigungsstufe wird damit für immer mehr Anlagen zum Planungsthema.

Der am weitesten verbreitete Weg, diese Spurenstoffe zu entfernen, ist die Adsorption an Pulveraktivkohle (PAK). Die Kohle bindet die gelösten Moleküle an ihrer riesigen inneren Oberfläche. Damit ist aber nur die halbe Aufgabe gelöst — die beladene Kohle muss anschließend vollständig aus dem Wasser abgetrennt werden.

Der eigentliche Engpass: der Aktivkohle-Rückhalt

Jedes Kohlepartikel, das die Anlage mit dem Ablauf verlässt, nimmt seine adsorbierte Spurenstofffracht wieder mit — und führt sie direkt ins Gewässer. Die Reinigungsleistung der vierten Stufe steht und fällt deshalb mit der Qualität der Feststoffabtrennung. Genau hier setzt die Polstofffiltration an.

Der dichte, dreidimensionale Pol des Filtertuchs bildet ein Tiefenfilterbett. Während der Filtration legen sich die flexiblen Fasern flach an und halten selbst feine Kohlepartikel im gesamten Faservolumen zurück — nicht nur an einer Oberfläche. Zur Reinigung stellen sich die Fasern beim Absaugen auf und geben die abgeschiedene Kohle konzentriert frei. Filtration und Reinigung laufen dabei gleichzeitig, sodass die Kohle oberstrom kontinuierlich dosiert werden kann.

Warum Polstoff und nicht Mikrosieb oder Sandfilter?

Feine Pulveraktivkohle neigt dazu, starre Mikrosiebe rasch zuzusetzen — der Rückhalt bricht ein oder der Spülaufwand steigt stark. Ein Sandfilterbett bringt zusätzlichen Druckverlust, Rückspülpumpen und einen großen Flächenbedarf mit sich.

Das selbstreinigende Polstoff-Tuch bleibt dagegen auch unter kontinuierlicher Kohlebelastung offen, arbeitet im Schwerkraftbetrieb mit geringem Druckverlust und benötigt nur sehr wenig Spülwasser. Häufig kann ein vorhandenes Filterbecken die Rückhalteaufgabe übernehmen, ohne dass zusätzliche Pumpenergie nötig wird.

Betriebliche Vorteile im Überblick

Kompakter Flächenbedarf

Eine getauchte Polstoff-Filterstufe ersetzt große Filterbetten — ideal, um eine vierte Stufe in eine bestehende Anlage nachzurüsten.

Geringer Energiebedarf

Schwerkraftbetrieb mit minimalem Druckverlust; abgesaugt wird nur das Tuch, nicht das gesamte Bett.

Sehr wenig Spülwasser

Die Absaugreinigung benötigt nur einen Bruchteil des Durchsatzes als Spülwasser — die abgetrennte Kohle bleibt konzentriert.

Dauerbetrieb & lastrobust

Filtration und Reinigung laufen gleichzeitig; Feststoff- und Durchflussspitzen werden ohne Zyklusunterbrechung abgefangen.

Mehrbarrieren-Ansatz: eine Stufe, mehrere Ziele

Die Polstofffiltration wird bereits als dritte Reinigungsstufe und zur Flockungsfiltration für die Phosphorelimination eingesetzt. Dieselbe Filterstufe kann zusätzlich den Aktivkohle-Rückhalt übernehmen — ein Mehrbarrieren-Ansatz, bei dem eine einzige Stufe gleichzeitig zu Feststoff-, Phosphor- und Spurenstoffzielen beiträgt. Das ist besonders dort wertvoll, wo der Platz auf der Anlage knapp ist.

Tuchtyp, Dosierregime und Mischenergie werden dabei auf die kombinierte Belastung abgestimmt. Als Rückhaltestufe für feine Kohle bieten sich unsere feineren Filtrationsgrade an — der Supermikrofaser-Polstoff für höchste Feinheit und der Bioactive-Polstoff dort, wo zusätzlich Biofouling im Filter selbst begrenzt werden soll.

Zum Mikroplastik-Rückhalt bleiben wir bewusst präzise: Als feine Tiefenfilterstufe hält die Polstofffiltration einen erheblichen Anteil der Feststoffe und der daran gebundenen Mikroplastikpartikel zurück; der Rückhalt steigt mit feinerem Filtrationsgrad. Die tatsächliche Leistung hängt von Partikelgröße, Tuchtyp und Betriebsbedingungen ab und wird für den Einzelfall bewertet — wir nennen daher keine pauschale Prozentzahl.

Häufige Fragen

Die vierte Reinigungsstufe ist ein weitergehender Reinigungsschritt, der auf die konventionelle mechanische, biologische und — sofern vorhanden — die dritte Reinigungsstufe folgt. Ihr Ziel ist die Entfernung von Spurenstoffen wie Arzneimittelrückständen, die die biologische Stufe weitgehend unverändert passieren. In der Regel kombiniert sie einen Adsorptionsschritt, meist mit Pulveraktivkohle, mit einer nachgeschalteten Abtrennstufe, die die beladene Kohle zuverlässig zurückhält, bevor das Wasser eingeleitet wird.

Vierte Reinigungsstufe planen oder nachrüsten

Ob Neubau oder Nachrüstung einer Spurenstoffstufe — wir bringen Medienauswahl, Lastfallbetrachtung und gemessene Filtrationsdaten in die Auslegung des Aktivkohle-Rückhalts ein.